Sabina Hohn
Kinderärztin
Jugendmedizin
Asthmatrainer
Kinderpraxis Sabina Hohn - Zimmer-3

Schwabacher Straße 96
90439 Nürnberg
TEL: 0911 / 61 46 99

Sprechzeiten:

Mo-Di, Do-Fr:   09.00 - 12.00 Uhr und
14.00 - 17.00 Uhr
Mi: 09.00 - 12.00 Uhr


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Läuse und was nun?


Liebe Eltern,

wenn Kindergarten oder Schule Läusealarm schlagen, ist das meist mit viel Aufregung und vielen Fragen verbunden.
Zur Beruhigung und zum Umgang mit diesen Plagegeistern hier einige Tipps und Informationen.

Läuse sind etwa 3mm lange, graue oder hellbraune Insekten mit 6 Beinen. Bei der Untersuchung krabbeln die oft flink davon und sind deshalb schlecht zu finden. Springen können sie aber nicht.
Übertragen werden sie von Mensch zu Mensch besonders dort, wo die Köpfe nah zusammengesteckt werden. Auch durch Gegenstände, die mit Haaren in Kontakt stehen, kann man sich anstecken.
Läuse kann jeder bekommen, egal, ob man sich sehr viel wäscht oder nicht. Häufiger Haare waschen gibt nur besonders saubere Läuse.
Die einzige Nahrung der Laus ist Blut. Sie saugen in Abständen von einigen Stunden an der Kopfhaut. Ohne diese Mahlzeit trocknen sie schnell aus und sterben ab.
In ihrem Speichel haben sie eine betäubende Substanz. Der Biss bleibt deshalb zunächst unbemerkt, verursacht jedoch später lästigen Juckreiz.
Läuseeier, meist als Nissen bezeichnet, sind 1mm große, dunkle Verdickungen in der Nähe der Kopfhaut. Sie ähneln Knospen an einem Zweig. Anders als Schuppen haften sie fest am Haar und sind durch normales Kämmen nicht abzustreifen. Läuse und Nissen finden sich bevorzugt in der Schläfen-, Ohr- und Nackengegend.
Aus den Eiern schlüpfen nach 7-10 Tagen die etwa 1mm langen, wenig beweglichen Larven, die nach abermals 7-10 Tagen geschlechtsreif sind und dann selbst Eier legen. Mit dem Wachsen der Haare entfernen sich auch die Nissen von der Kopfhaut. Aus Nissen, die mehr als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind schlüpfen keine Läuse mehr. Läuseeier können keine Läuse verbreiten.
Läuse überleben auf Gegenständen nicht länger als 3 Tage.

Bei Läusebefall sind die Eltern verpflichtet, Kindergarten oder Schule zu informieren.

Die Behandlung besteht in der Anwendung eines Läusemittels aus der Apotheke, das sie rezeptfrei kaufen oder für Kinder unter 12 Jahren von uns aufschreiben lassen können. Geschwister sollten bei Verdacht auf einen Befall gleich mitbehandelt werden.
Da es mit den bisher üblichen Präparaten  wie Goldgeist® oder Infectopedicul® zunehmend zu Resistenzen gekommen ist, benutzt man zurzeit physikalisch wirksames Silikonöl, z.B. NYDA®L. Das Öl verstopft die Atemwege der Laus und sie erstickt schon nach ca. 5 Minuten. Die Anwendung ist einfach. Der Haaransatz wird einfach über einen Zerstäuber eingesprüht. Anschließend wird das Präparat einmassiert und sollte dann mindestens 30 Minuten einwirken. Bei starkem Befall kann man das Präparat aber auch bedenkenlos über Nacht einwirken lassen, da es für Menschen völlig ungiftig ist. Anschließend werden die toten Parasiten mit einem Läusekamm ausgekämmt oder mit den Fingernägeln abgestreift. Einzelne Haare können auch mit einer stumpfen Schere abgeschnitten werden. Schon nach der ersten Behandlung ist eine Weiterverbreitung der Läuse nicht mehr zu befürchten. Das Kind kann Kindergarten oder Schule schon am nächsten Tag wieder besuchen. (§34 Infektionsschutzgesetz).
Eine Zweitbehandlung ist unbedingt notwendig, um auch die Larven abzutöten, die aus den verbliebenen Eiern geschlüpft sind und den Kopf des Kindes noch nicht verlassen haben.
Kämme und Haarbürsten können für 10 Minuten in heißes (nicht kochendes) Wasser gelegt werden. Bett- und Schlafwäsche, sowie Kleidung muss nur einmal mit 60°C gewaschen werden. Gegenstände, die nicht  gewaschen werden können, werden für 2 Wochen in einen Plastiksack gesteckt. Einfrieren bei -20°C  oder Erhitzen im Wäschetrockner bei 45°C hilft ebenfalls. Polstermöbel, Teppiche und Autositze werden gesaugt oder 2 Tage lang nicht benutzt. Verwenden Sie keinesfalls Desinfektionsmittel für die Reinigung von Gegenständen.

Nimmt die Läuseplage kein Ende, ist meist ein unentdeckter Läuseträger die Ursache. Dann hilft nur die gleichzeitige Behandlung aller Kinder der Einrichtung.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Kind Läuse hat, stellen Sie es bei uns vor.